Luftentfeuchter mit Wärmerückgewinnung

Bisher hatten wir immer ein Dilemma beim Badlüften im Winter. Wenn mehrere Personen morgens geduscht haben, und dann für den Großteil des Tages das Haus verließen, mussten wir bisher zwischen diesen beiden Varianten entscheiden:

  • Fenster gekippt lassen und nachmittags ein Bad mit einer Temperatur knapp über Außentemperatur vorfinden
  • Fenster geschlossen lassen und im Frühjahr ein Bad mit reichlich Schimmel haben

Da musste doch was möglich sein! Eine Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung etwa. Die meisten angebotenen Systeme sind aber nur für ziemlich niedrige relative Luftfeuchtigke­itswerte ausgelegt. Die passen also schonmal nicht.

Hier habe ich aber was gefunden, das explizit für meinen Problemfall zugeschnitten ist: Der Bayernlüfter.

Zu dem Gerät selbst brauche ich nichts mehr zu vermelden, das ist an anderen Stellen zur Genüge durchdiskutiert, z.B. hier:

Ich wollte keine Bohrung durch die Außenwand machen, sondern habe die Rohre durch die Decke zum Speicher geführt. Dort dann mit der Fortluft zu einem Lüftungsziegel. Die Außenluft entnehme ich dem (belüfteten) Dachboden. Die Rohre sind hinter dem Lüftungsgerät nach oben geführt, es hängt daher mittels zweier Latten etwas vor der Wand. Das anfallende Kondenswasser kann jetzt natürlich nicht mehr nach außen abfließen, ich leite es mit einem dünnen Schlauch in einen Becher ab. Der muss dann täglich geleert werden.

Das funktioniert soweit ganz gut, bloß dumm, dass die Lüftung auch nach dem Abtrocknen des Badezimmers noch weiterläuft. Und 90% Wirkungsgrad sind zwar nicht so schlecht, aber da das Gerät ja nur zum Trockenlüften eingesetzt werden soll, könnte es beim Erreichen des Zielwertes eigentlich ausgehen. Besser noch: Je trockener das Bad wird, desto langsamer laufen die Lüfter. Das erhöht schließlich noch den Wirkungsgrad.

Hier meine Selbstbaulösung

Eine kleine Schaltung um einen Atmega8, mit Luftfeuchtesensor und einem Transistor für die Motoransteuerung. Das Ganze auf einer Lochrasterplatine zusammengelötet. Anders als bei Zabex beobachtet, lassen sich die bei meinem Gerät verbauten Lüfter prima mit dem normalen PWM-Ausgang des Atmega8 drehzahlregeln. Glück gehabt 🙂

Die Schaltung misst periodisch die absolute Luftfeuchte und regelt die Lüfterdrehzahl gemäß einer einfachen linearen Funktion. Es gibt eine untere Schwelle, unter der er steht, und eine obere Schwelle, über der er Vollgas läuft.

Programmiert ist das Ganze mit der kostenlosen Version des AVRco Pascal von E-LAB Computers.

program BayernLuefter;

Device = mega8, VCC = 5;

Import SysTick, PWMport1, SHT11drvr;


Define
  ProcClock      = 1000000;        {Hertz}
  SysTick        = 10;             {msec}
  StackSize      = $0064, iData;
  FrameSize      = $0064, iData;
  PWMres         = 8;               {bits}
  PWMpresc       = 64;
  SHT11drvr = polled; // polling only
  SHT11clk = PortD, 5; // port and pin for clock
  SHT11dat = PortD, 6; // port and pin for data

Implementation

{$IDATA}
type
{$IDATA}
var Hum : Word;

{$IDATA}
begin
  PWMPort1 := 255;  MDelay(4000);
  PWMPort1 := 0;    MDelay(4000);
  MDelay(10000);
  loop
   SHT11synchronize;
   MDelay(1000);
   if SHT11getStatus <> $ff then // SHT71 OK
     SHT11softReset;
     MDelay(1000);
     loop
       SHT11startHum;
       MDelay(2000);
       repeat
       until SHT11ConvState;
       MDelay(2000);
       Hum := SHT11getHum;
       Case Hum of
       0..1800 : PWMPort1 := 0;
       |
       1801..2499 : PWMPort1 := ((Hum * 25) div 120) - 280;
       |
       2500..4000 : PWMPort1 := 255;
       |
       else
        PWMPort1 := 0;
       EndCase;
       MDelay(10000);
     endloop;
   endif;
   MDelay(60000);
  endloop;
end BayernLuefter.

Eigentlich müsste ich die Luftfeuchte im Bad und draußen messen, und die Feuchtedifferenz berücksichtigen. Manchmal läuft das Teil sonst durch, ohne je den Abschaltwert zu erreichen. Derart feucht ist es aber nicht bei niedrigen Außentemperaturen, kann also auch erstmal so bleiben 🙂 Eine Hysterese wäre auch besser, in den beiden Grenzbereichen merkt man, dass er öfter an- und ausgeht. Aber im Bad hält man sich normalerweise nicht lange genug auf, dass das wirklich stört.

Fazit: Ziel erreicht!

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