Walltherm – Düsenblock-Eigenbau aus Feuerbeton

Im Haustechnikdi­alogforum wurde mal über die Möglichkeit nachgedacht, den Düsenblock aus Feuerbeton selbst zu gießen. Zum Mitlesen kann man auf Seite 60 im Thread Erfahrungsberichte Wallthermeinsteigen. Dort sind auch Bilder zu sehen.

bogomips16 hat die Methode dann perfektioniert und hier auf Seite 70 im Thread Erfahrungsberichte Walltherm seine Erkenntnisse zur Verfügung gestellt.

Zusammengefasst auch hier nachzulesen: Wallthermfreunde

Ich habe das aufgegriffen und den bogomips16 Betondüsenblock kopiert.

Maße

Das hier sind die Maße des fertigen Blocks (Zahlenangaben in cm):

Das sind die Positionen der Löcher:

So sieht das Rohmaterial für die Gussform aus, hier noch lose zusammengestellt:

Verleimte und gebohrte Form:

Hartschaumplatte für den Kern. Ich schneide sie diagonal durch, versetze die beiden Keile, die ich dadurch erhalte, soweit gegeneinander, bis ich die richtige Dicke habe. Bei dieser Methode bleiben die Außenseiten schön glatt, die Schnittseiten sind das nicht.

Die Aluröhrchen habe ich an einer Seite im Schraubstock zusammengepresst, damit man sie zum entfernen mit der Zange anpacken kann. Die andere Seite habe ich angeschliffen, damit sie sich im Hartschaumkern einstecken lassen.

Trockenanprobe:

Ich habe der Form einen eingebauten Rüttler verpasst. Dazu habe ich auf der Unterseite einen Motor aus der Modellbaukiste fest verschraubt. An der Welle ist eine Unwucht, bestehend aus einer Lüsterklemme, Draht und Heißkleber, angeschraubt.

Exakte Wassermenge für 5kg Beton:

Den Sackinhalt soll man trocken durchmischen, falls man ihn nicht komplett nutzt:

Das geforderte Mischungsverhältnis soll exakt eingehalten werden, es entsteht eine sehr zähe Masse. Ich habe sie mit einem Handmixer durchgemischt. Laut Herstellerdaten­blatt muss mindestens 6 Minuten gemischt werden. Dort geht man allerdings von einem Trommelmischer aus, von Hand braucht man noch länger.

Füllen der Form:

Die fertig gefüllte Form:

Die Form nach 2 Tagen Trocknung:

Die Stirnseiten gingen ganz leicht ab:

Der Block selbst wollte nur nach etwas sanfter Gewalt rauskommen:

Die leere Form:

Eingesetzt im Ofen:

Mit aufgelegtem Schutzblech:

Fertig montiert:

Im Betrieb:

Der Düsenblock nach einigen Wochen im täglichen Betrieb:

Fazit bisher: Der Block hat bis zum jetzigen Zeitpunkt nur Vorteile gezeigt:

  • Der Kaminzug ist stabiler
  • Die tägliche Reinigung ist deutlich einfacher
  • Die große Reinigung ist etwas einfacher, man nimmt den Block komplett statt einzelner Gussdüsen heraus (gilt nicht für Edelstahlbloc­knutzer)
  • Preisvorteil gegenüber dem Edelstahlblock

Ausbau der Gussdüsen

Die Gussdüsensteine, die 2009 bei unserem Ofen mitgeliefert wurden, mussten vor dem Einsetzen des Betonblocks noch raus.

Eine Düse ging ohne Nachhilfe raus, bei den anderen waren teilweise rabiate Hilfestellungen nötig. Beim letzten großen Reinigen waren es noch zwei, die ich einfach so herausbekam.

Eigentlich soll man laut Wallnöfer-Anleitung die Schamott-Innenverkleidung des oberen Brennraums entfernen, ich wollte diesen Schritt aber vermeiden.

Vom Entnahmevorgang habe ich leider keine Fotos, da war ich zu beschäftigt. Die Bilder der entfernten Düsen vermitteln aber schon einen gewissen Eindruck.

Das ist die einzige, die am Stück überlebt hat:

Hier habe ich einen Hebel ansetzen müssen, der für die eine Flanke zu stark war:

Die anderen Düsen sind beim Ansetzen des Hebels teilweise zerfallen:

Eine Düse war recht hartnäckig, ich habe dann einen Gewindestab durch die seitlichen Löcher geschoben und mit Muttern gepresst. Dabei ist sie in zwei Teile gebrochen und ich konnte sie herausheben

Insgesamt waren das fast 2 Stunden Arbeit, in dieser Zeit hätte ich wahrscheinlich auch das Originalverfahren hinbekommen.

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